Thursday, April 26, 2007
Monday, April 23, 2007
Die Nordischen Meisterschaften im Austernöffnen
Und ja, bevor ich es vergesse, die Nordischen Meisterschaften im Austernöffnen fanden also in Grebbestad statt, irgendwo im hinterschwedischen Nirvana, und da der irische Vorjahresmeister gar nicht antrat (vermutlich hat er Grebbestad nicht gefunden, da es nur auf Landkarten im Maßstab 1:1 verzeichnet ist), hatte das Schwedische Nationalteam gute Chancen. Die es auch umsetzte, und so heißt der neue Nordische Meister im Austernöffnen seit heute Hasse Johansson mit dreißig Austern in traumhaften zwo Minuten achtundreißig. Glückwunsch! Ein schönes Trostpflaster nach dem vergeigten WM-Spiel letzten Sommer. Allerdings gab es für Schalensplitter etwas Punkteabzug. In dieser Disziplin tummeln sich übrigens außer den Austern nur äußerst wenige Frauen, hier sollte die Gudrun mal durchgreifen. Die beste Frau nur auf Platz vier! Die Austern stammten, man glaubt es kaum, von der Schwedischen Westküste, wo es dank Klimakatastrophe immer wärmer wird und daher auch immer mehr Austern gedeihen. Bald lebe ich hier hoffentlich mediterran, denn Schweden wird der Gewinner der Klimakatastrophe sein. Ich lehne mich jetzt also in einer schönen Vorfreude auf die kommenden Wärmejahre in meinem Privatbibliotheksclubsessel zurück und schlürfe noch ein paar Huîtres. Bonne Nuit!
Friday, April 13, 2007
Im Supermarkt
Tuesday, April 10, 2007
Kunstskandal
Monday, April 9, 2007
Das Osterreisechaos
Auch wird von den Medien das schöne Wetter verantwortlich gemacht, so seien einmal mehr die nach dem Winter (welchem Winter eigentlich?) ungeübten Motorradfahrer oft Opfer der verheerenden Unfallstatistik. Meine Recherche ergab genau einen Motorradtoten. Kollidiert mit – ja, ratet mal! – einem Elch. Was sonst! Der klassische schwedische Verkehrs-Exitus also, da hilft alle Vorsicht nichts. Zum Glück kehrt morgen dann wieder Ruhe auf den stark geschundenen Straßen ein, bis kurz vor Mittsommer die Deutschen einfallen.
Sunday, April 1, 2007
Deutschland – ein Ammenmärchen
Ich drehte also eine Runde durch die Alte Heimat (West), und da ich den sozialen Jetlag noch nicht überwunden habe hier und heute nur ein kurzes Fazit: Besonders beeindruckend einmal mehr der Anblick der intellektuellen Trümmerlandschaft im Ruhrpott, die geistige Stunde Null noch immer nicht überwunden, und irgendwie macht alles den Eindruck, als wäre es in die Friteuse gefallen. Diesem Elend den Rücken kehrend bestieg ich das Flugzeug in Richtung Süddeutschland, ab Drehtüre Flughafen Düsseldorf dann ausschliesslich hektisch umherlaufendes, rollköfferchenbewehrtes, gedeckt grauuniformiertes mittleres und unteres Management mit abgesägten Designerbrillengläsern und hochwichtigen Gesichtern, auf dem Fünfunddreissigminutenflug Orangensaft schlürfend. Viele Schnauzer, und so eine Schenkelbürstendichte bin ich von Schweden nicht mehr gewohnt. Ein Fernsehabend mit "Deutschland nächstes Topmodel" (oder so ähnlich) katalysiert mein Grauen. Heidi Klums infantile Wortkonvulsionen bohren sich wie glühende Nägel in den Gehörgang. Ich bin deprimiert. Irgendwie war das doch früher alles besser hier. Ich hatte nie einen Schnauzer, und meine Freunde auch nicht. Und jetzt? Soll das der Aufschwung sein? Investmentbanker gekreuzt mit Staubsaugervertreter als neue Herrenrasse, dazu ein Volk von medienverblödeten Vollidioten? Ich glaub' ich war im falschen Film. Morgen schalte ich wieder SVT ein.
Sunday, March 25, 2007
Nachruf auf den Automobilsozialismus
Wenn man in Deutschland aufgewachsen ist, ist man ja quasi Kind einer automobilen Gesellschaft. Als ich vor zwölf Jahren zum ersten Mal nach Schweden kam, war man hier noch neutral, das heißt, nicht in der EU, und es gab nur zwei Sorten Automobile: den Volvo 240 und den Saab 900. Sonst nichts. Man bewegte sich also sozusagen noch im automobilen Präkambrium. Für die Nicht-Auto-Enthusiasten und Frauen unter den Lesern: Der Volvo 240 ist ein Wagen mit einem Design, wie es Dreijährige gerne im Kindergarten zeichnen, also recht klobig, dem Luftwiderstand eines Kleiderschranks, der Motorisierung eines Traktors und dem Komfort eines Beichstuhls auf Rädern. Von eigenen Fahrversuchen eines solchen Gefährtes, falls es jemandem unterkommen sollte, rate ich übrigens dringend ab, es sei denn, Ihr habt noch einen Opa, der einen Panzerführerschein aus dem Zweiten Weltkrieg hat und der Euch eine Einweisung geben kann. Der Saab 900 hatte eine etwas ansprechendere Form, dafür aber die Qualität unterhalb eines Opels, und war mit dem Rostschutz einer handelsüblichen Konservendose versehen. Ich kann mich nicht erinnern, jemals ein Modell gesehen zu haben, bei dem nicht der Lack großflächig an den Türkanten abplatzte. Mit diesem Fuhrpark tuckerte der Schwede (und nicht nur der Schwede – auch ein rumänischer Kollege von mir wurde von der Modellpalette angesprochen) also gemütlich mit neunzig über seine Autobahnen, und mit siebzig über die Landsstraßen. Das Reißverschluss-System war ihm nur von seiner Angelweste bekannt, und eher ging ein Kamel durch ein Nadelöhr als dass ein Volvofahrer am Zebrastreifen hielt oder gar rechts vor links beachtete. Heute ist das anders. Über die Autobahnen rast man mit einhundertundzehn (es sind nun sogar einhundertzwanzig im Gespräch!), in Stockholm hat man sich als einziger Stadt des Landes gar einen Stau angeschafft, allerdings nur morgens kurzzeitig und abends, man sieht ab und an ausländische Automodelle, und, wenn man geduldig genug auf der Lauer liegt, kann es passieren, dass einem sogar einmal ein Kleinwagen über den Weg fährt. Und das Beste: letzte Woche hielt sogar einer am Zebrastreifen, ohne dass ich ihn zur Vollbremsung zwingen musste! Die Schweden sind halt doch ein flexibles Völkchen!